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Ein Angebot des Kompetenzzentrums Tourismus des Bundes

Recovery-Check #3: Die Vitalisierung des Tourismus hat begonnen

Der neue Recovery-Check #3 des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes bestätigt die Ergebnisse seines Vorgängers. Die neuste Version der Szenarioanalyse erwartet, dass sich der Binnentourismus deutlich schneller und stärker erholt als der internationale Tourismus.

Zentrale Ergebnisse:

  • Der Binnentourismus erholt deutlich schneller und stärker als der internationale Tourismus.
  • Das internationale Geschäft ist von einer deutlich volatileren Entwicklung geprägt.
  • Im realistischen Falle kann im Frühjahr 2021 die vollständige Normalisierung des Binnentourismus und im Herbst 2021 die des internationalen Tourismus beginnen.

 

Drei Szenarien, drei Phasen: Im Recovery-Check #2 betrachten wir Erholungszeiträume und potentielle Umsatzeinbrüche im nationalen und internationalen Tourismus.

 

Hintergrund:

Der Recovery-Check #3 untersucht die Erholungsszenarien der gesamten Tourismuswirtschaft auf Basis der geltenden Lockerungen, Grenzöffnungen und Aufhebungen von Reisewarnungen.
Er ist eine Momentaufnahme. Die Ergebnisse sind Teil eines theoretischen Szenarios und basieren auf den Einschätzungen der Experten des Fachbeirates und weiteren Akteuren aus allen Bereichen der Tourismuswirtschaft.

Zur Erholung des Binnentourismus:

Durch schrittweise Öffnungen der Gastronomie und des Beherbergungsgewerbes konnte das touristische Geschäft in allen Bundesländern wiederaufgenommen werden. Der Binnentourismus profitiert von einer starken Vitalisierung im Sommer 2020.

Im besten Fall können bis Ende Oktober dieses Jahres bereits 70 Prozent des Umsatzes von 2019 erreicht werden, was einem deutlichen Anstieg gegenüber der ersten Jahreshälfte entspricht. In diesem optimistischen Szenario wird sich der Binnentourismus bis zum 1. Mai 2021 vollständig erholen.

Im realistischen Szenario geht die Vitalisierungsphase mit Umsätzen in Höhe von 60 Prozent im Vergleich zu 2019 über die Wintersaison hinaus. Die Normalisierung im Frühjahr 2021 sorgt für weitere Umsatzsteigerungen, sodass ab dem 1. Juli 2021 bereits 100 Prozent des Umsatzniveaus von 2019 erreicht werden können.

Im pessimistischen Szenario ist zum 1. Juli 2021 die Vitalisierung abgeschlossen, die Normalisierung wird im schlimmsten Fall 1,5 Jahre und damit bis Ende 2022 andauern.

Zur Erholung des internationalen Tourismus:

Die globalen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen, die in großen Teilen der Welt auch weiterhin gelten, haben zu einem schwerwiegenden Einbruch geführt. Die Infektionszahlen sind in vielen Ländern der Welt weiterhin dramatisch. Daher ist noch immer nicht sicher, wann der der Tourismus wieder das Vorkrisenniveau erreichen kann. Trotz der hohen Dynamik und sukzessiven Aufhebung von Reisebeschränkungen wird die Vitalisierung des internationalen Tourismus noch einige Zeit dauern.

Im optimistischen Szenario können touristische Betriebe im internationalen Reisegeschäft bis zum 1. April 2021 die Hälfte des Umsatzniveaus von 2019 erzielen. Die Normalisierung wird bis zum Frühjahr 2022 andauern, bis dahin sind bereits Umsätze in Höhe von 75 Prozent auf dem Niveau von 2019 möglich.

Im realistischen Falle kann im Herbst 2021 die vollständige Erholung des internationalen Tourismus beginnen. Die prognostizierten Umsatzeinbrüche für das Geschäftsjahr 2020 haben sich im Vergleich zum Recovery-Check #2 verbessert. Bis zum Frühjahr 2023 können Umsätze in Höhe von 70 Prozent im Vergleich zu dem Niveau des Jahres 2019 erreicht werden.

Im pessimistischen Szenario wird davon ausgegangen, dass die vollständige Erholung des internationalen Tourismus erst im Sommer 2024 wieder erreicht werden kann.

Umsatzeinbrüche: Im realistischen Szenario rechnen wir 2020 mit Umsatzeinbußen von rund 42% bzw. international mit 57% im Vergleich zum Vorjahr. Im Binnentourismus können jedoch bereits im Sommer 2021 Umsätze auf dem Niveau von 2019 erreicht werden.

 

Realistisches Szenario: Die Erholung des Binnentourismus ist bis Mitte 2021 abgeschlossen. Der internationale Tourismus braucht fast zwei Jahre länger.

 

Methodische Hinweise

In der Feldphase vom 15. bis 21. Juni 2020 haben mehr als 200 Experten an der Onlinebefragung zum Recovery-Check #3 teilgenommen.

Wie auch der Recovery-Check #2, untersucht der Recovery-Check #3 das zu erwartende gebuchte Umsatzvolumen innerhalb der beiden Tourismusarten Binnentourismus und internationaler Tourismus im Vergleich zum Basiszeitraum 2019.

Für den Recovery-Check #3 ergeben sich drei Phasen der Erholung (Lockdown, Vitalisierung, Normalisierung). Die aktuelle Phase der touristischen Vitalisierung ist durch eine hohe Dynamik von Eindämmungs- und Belebungsmaßnahmen geprägt. Diese Phase fasst die aus den früheren Checks bekannten Phasen Lockerung und Belebung zusammen, da diese dynamisch ineinander übergehen. Es gelten weiterhin Abstands- und Hygienevorschriften sowie länderspezifische Maßnahmen zum Infektionsschutz. Reisen sind unter Berücksichtigung dieser und unter Beachtung der jeweiligen Einreisebestimmungen möglich. Die internationalen Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes werden schrittweise für eine zunehmende Anzahl von Ländern aufgehoben. Diese können jedoch erneut erhoben werden, falls sich neue Infektionsherde bilden. Die Situation bleibt insgesamt volatil. Während der touristischen Normalisierung ist ein Impfstoff für alle verfügbar, es entsteht eine weitgehende Immunität. Innerhalb der EU sowie sukzessive auch weltweit gibt es keine Covid-19 bedingten Reiseeinschränkungen mehr. Am Ende dieser Phase steht die vollständige Normalisierung der Reise- und Geschäftstätigkeit sowie das Wiedererreichen der gebuchten Umsätze auf dem Niveau des Basisjahres 2019.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass sich der Recovery-Check #3 sich auf die gesamte deutsche Tourismuswirtschaft bezieht, branchenspezifische Unterschiede, betriebsspezifische Einflussfaktoren und die tatsächlichen Zahlungsströme einzelner Unternehmen werden nicht berücksichtigt.

Bei der COVID-19-Pandemie handelt es sich um eine nie zuvor dagewesene globale Herausforderung für den Tourismus, die langfristige Veränderungen in der Branche hervorrufen kann. Daher ist es möglich, dass vereinzelte Branchensegmente auch am Ende der Normalisierung nicht das Umsatzvolumen des Basiszeitraums 2019 erreichen werden.

Download: zusammenfassende Ergebnisse und Methodik Recovery-Check #3

 



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